Wann Jugendliche professionelle Hilfe brauchen

Wann professionelle Hilfe für Jugendliche in Nürnberg nötig ist. Wann braucht mein Teenager Hilfe, Anzeichen von Problemen, wann man sich an einen Fachmann wenden sollte. Beratung für Eltern.

Manchmal formulieren Eltern es so: «Wir sehen, dass mit dem Jugendlichen etwas nicht stimmt. Aber wissen nicht: Ist das normale Pubertät oder schon Problem? Wann muss man sich an einen Fachmann wenden, und wann kann man selbst zurechtkommen?»

In der Zwischenzeit:

  • Sie sehen Verhaltensänderungen, sind aber unsicher, ob das normal ist oder schon Problem;
  • Sie denken: «Vielleicht geht das von selbst vorbei? Oder braucht es schon Hilfe?»;
  • Sie wissen nicht, wo Grenze zwischen «normaler» Pubertät und Problem ist, das Hilfe erfordert;
  • Sie möchten verstehen, wann man sich an Fachmann wenden sollte und wann man selbst zurechtkommen kann.

Und die Frage entsteht: Wann brauchen Jugendliche professionelle Hilfe, und wie unterscheidet man normales Verhalten von problematischem?

Ich bin Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg. In diesem Artikel erkläre ich:

  • wie man normales Verhalten von problematischem unterscheidet;
  • Anzeichen, die alarmieren sollten;
  • wann man sich an Fachmann wenden sollte;
  • wohin man sich um Hilfe wenden kann.

Wenn Sie beim Lesen merken, dass Sie Ihre spezifische Situation besprechen möchten, können Sie über den Bereich «Für Eltern» ein Kennenlerngespräch vereinbaren.

1. Normales Verhalten vs problematisches: wie unterscheiden

Normales Verhalten in Pubertät

Normales Verhalten in Pubertät umfasst:

  • Stimmungsschwankungen — aber sie dauern nicht wochenlang;
  • Streben nach Unabhängigkeit — aber Jugendlicher hält weiter Verbindung zu Familie;
  • Konflikte wegen Grenzen — aber sie werden nicht ständig und zerstörerisch;
  • Fokus auf Freunde — aber Familie ist weiter wichtig;
  • Experimente — aber sie sind nicht gefährlich für Gesundheit.

Das ist normaler Teil des Erwachsenwerdens, der keine professionelle Hilfe erfordert.

Was das bedeutet:

  • Nicht jedes «seltsame» Verhalten ist Problem;
  • Pubertät ist schwierige Zeit, aber die meisten Jugendlichen durchlaufen sie ohne professionelle Hilfe;
  • Ihre Unterstützung und Verständnis reichen oft aus.

Anzeichen problematischen Verhaltens

Problematisches Verhalten unterscheidet sich von normalem:

  • Dauer — Symptome dauern wochen- oder monatelang;
  • Intensität — Verhalten beeinträchtigt normales Leben (Schule, Freunde, Familie);
  • Verschlechterung — Situation wird schlechter, nicht besser;
  • Risiko — Verhalten ist gefährlich für Gesundheit oder Sicherheit.

Wenn Sie diese Anzeichen sehen, braucht es vielleicht professionelle Hilfe.

2. Anzeichen, die alarmieren sollten

Emotionale Anzeichen

  • Langfristige Depression — Traurigkeit, Apathie, Verlust von Interesse dauern wochenlang;
  • Ständige Angst — Angst beeinträchtigt normales Leben;
  • Extreme Stimmungsschwankungen — nicht einfach «schlechte Laune», sondern extreme Schwankungen;
  • Reizbarkeit — ständige Reizbarkeit, nicht mit konkreten Situationen verbunden.

Wenn diese Anzeichen wochenlang andauern und normales Leben beeinträchtigen, braucht es vielleicht Hilfe.

Verhaltensanzeichen

  • Isolation — Jugendlicher isoliert sich komplett von Familie und Freunden;
  • Verweigerung von Schule — vollständige Weigerung, zur Schule zu gehen oder Hausaufgaben zu machen;
  • Selbstverletzung — Schnitte, Verbrennungen, andere Formen der Selbstverletzung;
  • Substanzkonsum — Alkohol, Drogen, andere Substanzen;
  • Aggression — physische oder verbale Aggression gegen sich oder andere.

Diese Anzeichen erfordern sofortige Aufmerksamkeit.

Kritische Anzeichen (erfordern sofortige Hilfe):

  • Suizidgedanken oder -versuche;
  • Selbstverletzung;
  • Substanzkonsum;
  • Physische Aggression.

Bei diesen Anzeichen wenden Sie sich sofort an Notdienste (112) oder Krisenhilfe.

Körperliche Anzeichen

  • Schlafstörungen — Schlaflosigkeit oder ständige Schläfrigkeit;
  • Appetitstörungen — drastischer Gewichtsverlust oder -zunahme;
  • Häufige Krankheiten — psychosomatische Symptome (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen);
  • Müdigkeit — ständige Müdigkeit, nicht mit körperlicher Anstrengung verbunden.

Wenn körperliche Symptome keine medizinische Ursache haben, könnten sie mit emotionalen Problemen verbunden sein.

3. Wann man sich an Fachmann wenden sollte

Situationen, die professionelle Hilfe erfordern

Wenden Sie sich an einen Fachmann, wenn:

  1. Symptome wochenlang andauern — nicht einfach «schlechter Tag», sondern ständige Probleme;
  2. Situation verschlechtert sich — wird schlechter, nicht besser;
  3. Verhalten beeinträchtigt normales Leben — Schule, Freunde, Familie leiden;
  4. Es gibt Anzeichen von Depression, Angst, Selbstverletzung;
  5. Konflikte sind ständig und zerstörerisch geworden;
  6. Jugendlicher isoliert sich komplett;
  7. Sie fühlen sich hoffnungslos — wissen nicht, was weiter zu tun ist.

Das ist keine Schwäche — das ist Fürsorge. Professionelle Hilfe ist nicht «letzte Option», sondern Unterstützungswerkzeug, das helfen kann, bevor Situation sich verschlechtert.

Arten von Hilfe

Je nach Situation kann nötig sein:

  • Psychologische Beratung — für Arbeit mit emotionalen Problemen, Konflikten, Unterstützung;
  • Psychotherapie — für tiefere Arbeit mit psychischen Störungen (erfordert Überweisung vom Arzt);
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie — für Diagnose und Behandlung psychischer Störungen (erfordert Überweisung vom Arzt);
  • Krisenhilfe — für Notfälle (112, Telefonseelsorge).

Beratung für Eltern in Nürnberg kann helfen zu bestimmen, welche Art von Hilfe nötig ist.

4. Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet man normales Verhalten von problematischem?

Normales Verhalten: Stimmungsschwankungen, Streben nach Unabhängigkeit, Konflikte wegen Grenzen — aber sie dauern nicht wochenlang und beeinträchtigen nicht normales Leben. Problematisches Verhalten: Symptome dauern wochenlang, beeinträchtigen normales Leben, Situation verschlechtert sich.

Kann man Problem «abwarten»?

Nein, wenn Problem ernst ist, geht es nicht von selbst vorbei. Je früher man Hilfe sucht, desto besser die Prognose. Warten Sie nicht, bis sich Situation verschlechtert.

Was, wenn Jugendlicher nicht zu Fachmann gehen möchte?

Das ist normal. Jugendlicher kann widerstehen. Beginnen Sie mit Beratung für Eltern — das hilft, Situation zu verstehen und Ansatz zum Jugendlichen zu finden.

Kann man sich «einfach so» an Fachmann wenden?

Ja, Sie können sich an Fachmann wenden, auch wenn Sie unsicher sind, ob Hilfe nötig ist. Erstes Treffen hilft, Situation zu verstehen und zu bestimmen, ob weitere Arbeit nötig ist.

5. Wenn Hilfe nicht «irgendwann», sondern jetzt nötig ist: wichtige Kontakte in Deutschland

Wenn Sie ein Lebensrisiko sehen oder das Gefühl haben, dass die Situation außer Kontrolle gerät, warten Sie nicht auf einen freien Termin — weder bei einem Berater, noch bei einem Coach, noch bei einem Therapeuten.

Bei akuter Lebensgefahr (Suizidgedanken, Selbstverletzung):

  • 112 — Notruf (rund um die Uhr);
  • 110 — Polizei (wenn direkte Gefahr für die Sicherheit besteht).

Krisenpsychologische Hilfe:

  • Telefonseelsorge:
    0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos, anonym);
  • Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche):
    116 111 (Mo–Sa 14:00–20:00, kostenlos);
  • Nummer gegen Kummer (für Eltern):
    0800 111 0 550 (Mo–Fr 9:00–11:00, Di und Do 17:00–19:00, kostenlos).

Offizielle Hilfeportale für Familien:

Krisenhilfe:


Wichtig: Dieser Text ist keine Diagnose und kein Ersatz für eine persönliche Beratung oder medizinische Hilfe.
Wenn Sie bei einem Jugendlichen ernsthafte Veränderungen im Verhalten oder emotionalen Zustand bemerken, ist es besser, dies mit einem Fachmann zu besprechen, als zu hoffen, dass es «von selbst vorbeigeht».

Autorin: Irina Kimnatna, Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg.

Bereit für Veränderungen?

Wenn Sie das Gefühl haben, allein nicht weiterzukommen, oder einen strukturierten Aktionsplan für Ihre Familie benötigen — vereinbaren Sie eine Beratung.

Das Erstgespräch ist eine Möglichkeit, die Situation von außen zu betrachten und zu verstehen, welche Schritte Ihnen helfen können.