Manchmal beschreiben Eltern es so: «Der Jugendliche will nicht zur Schule gehen. Sagt, dass ihm schlecht ist: Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit. Wir denken: Ist das einfach Laune oder schon Angst?»
In der Zwischenzeit zu Hause:
- der Jugendliche weigert sich, zur Schule zu gehen, ist oft «krank»;
- körperliche Symptome — Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit vor Schule;
- Sie sehen, dass es nicht Faulheit ist, sondern echte Angst, wissen aber nicht, wie Sie helfen können;
- Versuche, zur Schule zu zwingen («Du musst!») funktionieren nicht oder verstärken Angst.
Und die Frage entsteht: Wie hilft man Jugendlichen, Schulangst zu bewältigen, damit es wirklich hilft und nicht noch mehr Druck erzeugt?
Ich bin Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg. In diesem Artikel erkläre ich:
- was Schulangst ist und wie sie sich zeigt;
- Ursachen von Schulangst;
- praktische Schritte, wie man Jugendlichen hilft;
- wann professionelle Hilfe nötig ist.
Wenn Sie beim Lesen merken, dass Sie Ihre spezifische Situation besprechen möchten, können Sie über den Bereich «Für Eltern» ein Kennenlerngespräch vereinbaren.
Wichtig: Dieser Artikel dient der Information. Diagnose von Angststörungen ist Kompetenz von Ärzten und Psychotherapeuten. Beratung ersetzt keine medizinische Hilfe.
1. Was Schulangst ist: wissenschaftliche Erklärung
Schulangst ist nicht einfach «will nicht zur Schule»
Schulangst kann Anzeichen von Angststörung sein (Diagnose stellt nur Arzt), die mit Schule verbunden ist:
- Angst vor Schule — Angst, zur Schule zu gehen, körperliche Symptome (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit);
- Angst in Schule — Angst vor Prüfungen, Auftritten, Kommunikation mit Klassenkameraden;
- Vermeidung — Weigerung, zur Schule zu gehen, Schwänzen.
Schulangst kann mit verschiedenen Ursachen verbunden sein: Mobbing, Prüfungsangst, soziale Angst, Konflikte mit Lehrern.
Ursachen von Schulangst
Schulangst kann aus verschiedenen Gründen entstehen:
- Mobbing — Angst vor Klassenkameraden;
- Prüfungsangst — Angst vor Prüfungen und Tests;
- Soziale Angst — Angst vor Kommunikation, Auftritten;
- Konflikte mit Lehrern — Angst vor bestimmten Lehrern;
- Niedriges Selbstwertgefühl — «Ich schaffe es nicht», «Alle sind besser als ich»;
- Familienprobleme — Konflikte in Familie beeinflussen Angst.
Ursache zu verstehen ist wichtig für Wahl der richtigen Hilfsstrategie.
2. Anzeichen von Schulangst
Körperliche Anzeichen
- Bauch- oder Kopfschmerzen — besonders vor oder in Schule;
- Übelkeit, Schwindel — körperliche Symptome von Angst;
- Schlafstörungen — Schlaflosigkeit oder Albträume vor Schule;
- Herzrasen, Schwitzen — körperliche Symptome von Angst.
Diese Symptome treten oft vor oder in Schule auf und verschwinden an Wochenenden oder in Ferien.
Verhaltensanzeichen
- Weigerung, zur Schule zu gehen — «Ich gehe nicht», «Mir ist schlecht»;
- Schwänzen — systematisches Schwänzen ohne triftigen Grund;
- Vermeidung — Vermeidung konkreter Situationen (Unterricht, Pausen, Prüfungen);
- Weinen, Wutanfälle — besonders vor Schule.
Wenn diese Anzeichen wochenlang andauern und normales Leben beeinträchtigen, könnte es Schulangst sein.
Emotionale Anzeichen
- Ständige Angst — Angst vor Schule, in Schule, nach Schule;
- Angst — Angst vor konkreten Situationen (Prüfungen, Auftritte, Kommunikation);
- Traurigkeit, Apathie — besonders mit Schule verbunden;
- Gefühl der Hoffnungslosigkeit — «Ich schaffe es nicht», «Alles ist sinnlos».
Diese Anzeichen beeinflussen Stimmung und allgemeines Wohlbefinden.
3. Wie man Jugendlichen mit Schulangst hilft: praktische Schritte
Schritt 1: Verstehen Sie Ursache
Bevor Sie handeln, verstehen Sie Ursache:
- Sprechen Sie mit Jugendlichen — «Was beschäftigt dich in der Schule?» (nicht wie Verhör, sondern mit echtem Interesse);
- Sprechen Sie mit Lehrer — was sieht er im Klassenzimmer?;
- Bewerten Sie Kontext — was passiert in Familie, mit Freunden?.
Ursache zu verstehen hilft, richtige Hilfsstrategie zu wählen.
Schritt 2: Unterstützen Sie, drängen Sie nicht
Statt Druck («Du musst zur Schule gehen!») unterstützen («Wie kann ich helfen?»):
- Anerkennen Sie Gefühle — «Ich sehe, dass du Angst hast»;
- Nicht abwerten — «Mach dir keine Sorgen, das ist Quatsch» hilft nicht;
- Seien Sie da — auch wenn der Jugendliche Sie abweist, bleiben Sie da.
Unterstützung gibt dem Jugendlichen Gefühl, dass Sie auf seiner Seite sind.
Schritt 3: Arbeiten Sie mit Schule
Schule kann helfen:
- Treffen mit Lehrer — besprechen Sie Situation, bitten Sie um Unterstützung;
- Anpassungen — wenn Angst Fähigkeit zu lernen blockiert, sind Anpassungen möglich (mehr Zeit, Pausen);
- Schulsozialarbeit — Sozialpädagogen können mit Angst helfen.
Arbeit mit Schule ist wichtig für Unterstützung des Jugendlichen.
Schritt 4: Entspannungstechniken
Entspannungstechniken reduzieren physiologische Angst:
- Atmung 4–7–8 — einatmen auf 4, halten auf 7, ausatmen auf 8 (4 Mal wiederholen);
- Progressive Muskelentspannung — Muskeln nacheinander anspannen und entspannen;
- Visualisierung — sich ruhigen Ort vorstellen.
Regelmäßige Praxis reduziert Angstniveau.
Schritt 5: Suchen Sie professionelle Hilfe
Wenn Schulangst normales Leben beeinflusst:
- Psychologische Beratung — für Arbeit mit Angst und Ängsten;
- Psychotherapie — für tiefere Arbeit (erfordert Überweisung vom Arzt);
- Kinder- und Jugendpsychiatrie — für Diagnose und Behandlung (erfordert Überweisung vom Arzt).
Haben Sie keine Angst, Hilfe zu suchen — das ist keine Schwäche, sondern Fürsorge.
4. Wann professionelle Hilfe nötig ist
Wenden Sie sich an einen Fachmann, wenn:
- Schulangst wochenlang andauert, trotz Ihrer Anstrengungen;
- der Jugendliche sich komplett weigert, zur Schule zu gehen;
- es Anzeichen von Depression, Selbstverletzung gibt;
- körperliche Symptome normales Leben beeinträchtigen;
- Konflikte wegen Schule ständig geworden sind.
Das ist keine Schwäche — das ist Fürsorge. Schulangst kann Symptom tieferer Probleme sein. Beratung für Eltern in Nürnberg kann helfen, Ursache zu finden und Strategie zu ändern.
5. Häufig gestellte Fragen zu Schulangst
Wie unterscheidet man Schulangst von normalem Stress?
Normaler Stress: leichte Sorge vor Prüfung, die nach Prüfung vergeht. Schulangst: ständige Angst, die wochenlang andauert, normales Leben beeinträchtigt, körperliche Symptome.
Was tun, wenn Jugendlicher sich weigert, zur Schule zu gehen?
Nicht mit Gewalt zwingen. Versuchen Sie, Ursache zu verstehen: «Was beschäftigt dich?» Vielleicht braucht es professionelle Hilfe, um Ängste zu verstehen.
Wie lange braucht es, um Schulangst zu reduzieren?
Das ist individuell. Mit Entspannungstechniken und Unterstützung können erste Verbesserungen nach 2–3 Monaten sein. Für tiefere Arbeit kann es ein Jahr und mehr brauchen. Wichtig ist, früher zu beginnen.
6. Wenn Hilfe nicht «irgendwann», sondern jetzt nötig ist: wichtige Kontakte in Deutschland
Wenn Sie ein Lebensrisiko sehen oder das Gefühl haben, dass die Situation außer Kontrolle gerät, warten Sie nicht auf einen freien Termin — weder bei einem Berater, noch bei einem Coach, noch bei einem Therapeuten.
Bei akuter Lebensgefahr (Suizidgedanken, Selbstverletzung):
- 112 — Notruf (rund um die Uhr);
- 110 — Polizei (wenn direkte Gefahr für die Sicherheit besteht).
Krisenpsychologische Hilfe:
- Telefonseelsorge:
0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos, anonym); - Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche):
116 111 (Mo–Sa 14:00–20:00, kostenlos); - Nummer gegen Kummer (für Eltern):
0800 111 0 550 (Mo–Fr 9:00–11:00, Di und Do 17:00–19:00, kostenlos).
Offizielle Hilfeportale für Familien:
- Familienportal des BMFSFJ — offizielles Portal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) — Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Krisenhilfe:
- Nummer gegen Kummer — offizielle Informationen zu Beratungstelefonen für Kinder, Jugendliche und Eltern
- Telefonseelsorge — Telefonseelsorge (rund um die Uhr)
Wichtig: Dieser Text ist keine Diagnose und kein Ersatz für eine persönliche Beratung oder medizinische Hilfe.
Wenn Sie bei einem Jugendlichen ernsthafte Veränderungen im Verhalten oder emotionalen Zustand bemerken, ist es besser, dies mit einem Fachmann zu besprechen, als zu hoffen, dass es «von selbst vorbeigeht».
Autorin: Irina Kimnatna, Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg.