Kommunikation mit Jugendlichen: praktische Techniken

Wie man mit Jugendlichen in Nürnberg kommuniziert. Kommunikation mit Teenager, praktische Techniken, aktives Zuhören, Ich-Botschaften. Beratung für Eltern.

Manchmal beschreiben Eltern es so: «Wir versuchen, mit dem Jugendlichen zu sprechen, aber er verschließt sich, wird frech oder antwortet einfach nicht. Wir fühlen, dass zwischen uns eine Mauer ist, und wissen nicht, wie wir sie durchbrechen können.»

In der Zwischenzeit zu Hause:

  • jeder Versuch zu sprechen endet mit Geschrei oder einer zugeschlagenen Tür;
  • der Jugendliche zieht sich zurück, will nicht teilen, was passiert;
  • Sie fühlen, dass alte Kommunikationsweisen nicht funktionieren, neue aber nicht immer offensichtlich sind;
  • zwischen Ihnen wächst Distanz, und Sie wissen nicht, wie Sie sie verkürzen können.

Und die Frage entsteht: Wie kommuniziert man mit Jugendlichen, damit es wirklich funktioniert und nicht zu einem Monolog oder Konflikt wird?

Ich bin Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg. In diesem Artikel erkläre ich:

  • warum Kommunikation im Jugendalter gestört wird;
  • praktische Techniken, die mit Jugendlichen funktionieren;
  • was in der Kommunikation nicht zu tun ist;
  • wann professionelle Hilfe nötig ist.

Wenn Sie beim Lesen merken, dass Sie Ihre spezifische Situation besprechen möchten, können Sie über den Bereich «Für Eltern» ein Kennenlerngespräch vereinbaren.

1. Warum Kommunikation gestört wird: wissenschaftliche Erklärung

Jugendlicher sucht Autonomie

Der Jugendliche muss sich von Eltern trennen, um selbstständig zu werden. Das umfasst:

  • Emotionale Trennung — der Jugendliche will selbst Entscheidungen treffen;
  • Soziale Trennung — Freunde werden wichtiger als Familie;
  • Kommunikative Trennung — der Jugendliche will nicht alles teilen wie früher.

Das bedeutet nicht, dass der Jugendliche Sie nicht liebt — das ist ein normaler Prozess des Erwachsenwerdens.

Gehirn des Jugendlichen und Kommunikation

Die Frontallappen des Gehirns, die für das Verstehen anderer Menschen und Empathie zuständig sind, sind noch nicht vollständig entwickelt. Das beeinflusst:

  • Perspektivenverständnis — dem Jugendlichen fällt es schwer, Ihren Standpunkt zu sehen;
  • Empathie — der Jugendliche versteht vielleicht nicht, wie seine Worte Sie beeinflussen;
  • Emotionsregulation — Emotionen sind stärker als rationales Denken.

Das zu verstehen hilft, die richtige Kommunikationsstrategie zu wählen.

2. Praktische Kommunikationstechniken

Technik 1: Aktives Zuhören

Aktives Zuhören zeigt, dass Sie den Jugendlichen wirklich hören:

  • Wiederholen«Du sagst, dass…» (zeigt, dass Sie hören);
  • Nachfragen«Verstehe ich richtig, dass…» (prüft Verständnis);
  • Gefühle anerkennen«Ich sehe, dass du verärgert bist» (zeigt Empathie).

Aktives Zuhören schafft Atmosphäre von Vertrauen und Verständnis.

Beispiel für aktives Zuhören:

  • Jugendlicher: «Du kontrollierst mich immer!»
  • Sie: «Du fühlst, dass du keine Freiheit hast?» (Wiederholung und Nachfrage);
  • Jugendlicher: «Ja, genau!»
  • Sie: «Ich sehe, dass dir das wichtig ist. Lass uns besprechen, wie wir dir mehr Freiheit geben können, während wir Sicherheit bewahren.»

Technik 2: Ich-Botschaften

Statt «Du immer…» verwenden Sie Ich-Botschaften:

  • «Du kommst immer zu spät!»«Ich mache mir Sorgen, wenn du zu spät kommst»;
  • «Du hörst nicht zu!»«Ich fühle, dass man mich nicht hört»;
  • «Du bist frech!»«Es tut mir weh, wenn du so sprichst».

Ich-Botschaften reduzieren Abwehrreaktion und zeigen Ihre Gefühle, ohne den Jugendlichen zu beschuldigen.

Technik 3: Pause

Wenn Emotionen überkochen, machen Sie eine Pause:

  • «Ich muss nachdenken» — es ist normal, eine Pause zu machen;
  • «Lass uns das später besprechen» — wenn Emotionen sich gelegt haben;
  • «Ich will nicht im Zorn sprechen» — das zeigt Respekt.

Pause gibt Zeit zum Abkühlen und Nachdenken, bevor Sie etwas sagen, was Sie später bereuen.

Technik 4: Fragen statt Aussagen

Statt Aussagen stellen Sie Fragen:

  • «Du musst lernen!»«Was hindert dich am Lernen?»;
  • «Du musst um 20:00 zu Hause sein!»«Was brauchst du, um um 20:00 zu Hause zu sein?»;
  • «Du musst mich respektieren!»«Was bedeutet Respekt für dich?».

Fragen öffnen Dialog, Aussagen schließen ihn.

Technik 5: Gefühle anerkennen

Anerkennen Sie die Gefühle des Jugendlichen, auch wenn Sie nicht zustimmen:

  • «Ich sehe, dass du verärgert bist» — Gefühl anerkennen;
  • «Ich verstehe, dass dir das wichtig ist» — Wichtigkeit anerkennen;
  • «Du hast das Recht, so zu fühlen» — Recht auf Gefühle anerkennen.

Gefühle anzuerkennen bedeutet nicht Zustimmung — es bedeutet Verständnis.

3. Was in der Kommunikation NICHT zu tun ist

❌ Was NICHT zu tun:

  • Vorträge halten — der Jugendliche hört sie nicht, wenn Emotionen überkochen;
  • Vergleichen«Und die Maria immer…» verursacht nur Ärger;
  • Gefühle abwerten«Mach dir keine Sorgen, das ist Quatsch» zerstört Vertrauen;
  • Schreien und drohen — das schließt Kommunikation;
  • Sarkasmus verwenden — das zerstört Vertrauen und Respekt.

4. Wann professionelle Hilfe nötig ist

Wenden Sie sich an einen Fachmann, wenn:

  • Kommunikation komplett gestört ist — der Jugendliche spricht monatelang nicht mit Ihnen;
  • Konflikte ständig und zerstörerisch geworden sind;
  • der Jugendliche sich komplett von der Familie isoliert;
  • es Anzeichen von Depression, Angst, Selbstverletzung gibt;
  • Sie sich hoffnungslos fühlen und nicht wissen, was zu tun ist.

Das ist keine Schwäche — das ist Fürsorge. Kommunikation ist eine Fähigkeit, die man lernen kann. Beratung für Eltern in Nürnberg kann helfen, die richtige Strategie zu finden.

5. Häufig gestellte Fragen zur Kommunikation

Was tun, wenn der Jugendliche nicht sprechen will?

Nicht drängen. Zeigen Sie weiterhin Interesse und Unterstützung. Manchmal braucht der Jugendliche Zeit. Wenn das monatelang andauert, braucht es vielleicht professionelle Hilfe.

Wie beginnt man ein Gespräch, wenn der Jugendliche sich verschließt?

Beginnen Sie klein. Versuchen Sie nicht, alle Probleme auf einmal zu lösen. Fragen Sie einfach: «Wie geht’s?» oder «Was ist neu?» Ohne Druck, ohne Erwartungen.

Was tun, wenn der Jugendliche frech wird?

Antworten Sie nicht mit Frechheit. Bleiben Sie ruhig, setzen Sie eine Grenze: «Ich werde nicht in diesem Ton mit dir sprechen. Lass uns das später besprechen, wenn wir uns beruhigt haben.»

6. Wenn Hilfe nicht «irgendwann», sondern jetzt nötig ist: wichtige Kontakte in Deutschland

Wenn Sie ein Lebensrisiko sehen oder das Gefühl haben, dass die Situation außer Kontrolle gerät, warten Sie nicht auf einen freien Termin — weder bei einem Berater, noch bei einem Coach, noch bei einem Therapeuten.

Bei akuter Lebensgefahr (Suizidgedanken, Selbstverletzung):

  • 112 — Notruf (rund um die Uhr);
  • 110 — Polizei (wenn direkte Gefahr für die Sicherheit besteht).

Krisenpsychologische Hilfe:

  • Telefonseelsorge:
    0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos, anonym);
  • Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche):
    116 111 (Mo–Sa 14:00–20:00, kostenlos);
  • Nummer gegen Kummer (für Eltern):
    0800 111 0 550 (Mo–Fr 9:00–11:00, Di und Do 17:00–19:00, kostenlos).

Offizielle Hilfeportale für Familien:

Krisenhilfe:


Wichtig: Dieser Text ist keine Diagnose und kein Ersatz für eine persönliche Beratung oder medizinische Hilfe.
Wenn Sie bei einem Jugendlichen ernsthafte Veränderungen im Verhalten oder emotionalen Zustand bemerken, ist es besser, dies mit einem Fachmann zu besprechen, als zu hoffen, dass es «von selbst vorbeigeht».

Autorin: Irina Kimnatna, Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg.

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Das Erstgespräch ist eine Möglichkeit, die Situation von außen zu betrachten und zu verstehen, welche Schritte Ihnen helfen können.